Ein vielversprechendes neues Molekül gegen antibiotikaresistente Bakterien

Ein vielversprechendes neues Molekül gegen antibiotikaresistente Bakterien

Antibiotikaresistente Bakterien, wie der methicillinresistente Staphylococcus aureus oder das multiresistente Tuberkulosebakterium, stellen eine große Herausforderung für die moderne Medizin dar. Forscher haben eine Familie chemischer Verbindungen entwickelt, die zwei bekannte Strukturen mit antibakteriellen Eigenschaften kombinieren: Tetrazol und Thioharnstoff. Diese Hybridmoleküle könnten eine wirksame Lösung gegen schwer behandelbare Infektionen bieten.

Unter diesen Verbindungen sticht eine besonders hervor. Sie trägt eine Trifluormethylgruppe und zeigt eine bemerkenswerte Aktivität gegen mehrere Stämme von Staphylokokken, einschließlich solcher, die gegen viele Antibiotika resistent sind. Ihre Wirksamkeit ist mit der von Ciprofloxacin, einem häufig verwendeten Antibiotikum, vergleichbar. Darüber hinaus wirkt sie auch gegen Tuberkulose, einschließlich multiresistenter und extrem resistenter Formen, mit einer sehr niedrigen minimalen Hemmkonzentration.

Die Wissenschaftler untersuchten, wie dieses Molekül mit zwei essenziellen bakteriellen Proteinen interagiert: der Dihydrofolat-Reduktase, die an der DNA-Synthese beteiligt ist, und einem Protein, das mit der Bildung der bakteriellen Zellwand verbunden ist. Computersimulationen legen nahe, dass es beide Ziele gleichzeitig blockieren könnte, was sein breites Wirkungsspektrum erklären würde. Dieser doppelte Ansatz verringert auch das Risiko, dass Bakterien eine Resistenz entwickeln.

Labortests bestätigen, dass diese Verbindung bereits in sehr niedrigen Dosen wirkt, ohne für gesunde menschliche Zellen toxisch zu sein. Sie besitzt zudem physikochemische Eigenschaften, die für eine zukünftige Verwendung als Medikament günstig sind, wie eine gute Fähigkeit, Zellmembranen zu durchdringen.

Diese Ergebnisse ebnen den Weg für neue Behandlungen gegen resistente Infektionen. Das identifizierte Molekül könnte als Grundlage für die Entwicklung stärkerer und besser verträglicher Antibiotika dienen, die aktuelle Resistenzmechanismen umgehen. Die nächsten Schritte bestehen darin, seine Struktur zu verfeinern, um seine Wirksamkeit und Sicherheit vor klinischen Studien zu optimieren.


Attributions légales

Citation de l’étude

DOI : https://doi.org/10.1007/s43440-026-00848-4

Titre : Discovery of a tetrazole-thiourea derivative as a potential active agent against multidrug-resistant Staphylococcus aureus and Mycobacterium tuberculosis

Revue : Pharmacological Reports

Éditeur : Springer Science and Business Media LLC

Auteurs : Jolanta Szymańska-Majchrzak; Agnieszka Głogowska; Ewa Augustynowicz-Kopeć; Katarzyna Ewa Greber; Krzesimir Ciura; Wioletta Olejarz; Tomasz Szostek; Marta Struga; Daniel Szulczyk

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