Sind SGLT2-Hemmer sicher und vorteilhaft über Diabetes hinaus?
Medikamente, die als SGLT2-Hemmer bezeichnet werden, werden heute weit verbreitet zur Behandlung von Typ-2-Diabetes, aber auch von Herzinsuffizienz und chronischen Nierenerkrankungen eingesetzt. Ihre zunehmende Verwendung hat verschiedene Effekte gezeigt, einige positiv, andere weniger.
Diese Behandlungen erhöhen das Risiko von genitalen Infektionen leicht, insbesondere bei Diabetikern. Diese Infektionen bleiben in der Regel mild und können durch gute Hygiene vermieden werden. Harnwegsinfektionen scheinen dagegen nicht häufiger aufzutreten als bei anderen Medikamenten. In seltenen Fällen wurden schwere Infektionen wie die Fournier-Gangrän gemeldet, jedoch ohne Nachweis eines direkt erhöhten Risikos durch diese Medikamente.
Auch wurde eine leichte Zunahme der roten Blutkörperchen im Blut beobachtet. Dieses Phänomen, Erythrozytose genannt, ist in der Regel harmlos, kann aber manchmal auf zugrundeliegende Störungen hinweisen. Ärzte sollten daher die Patienten überwachen und untersuchen, wenn die Werte zu hoch werden.
Ein seltener, aber ernsthafter Nebeneffekt ist die euglykämische diabetische Ketoazidose, eine Komplikation, bei der das Blut zu sauer wird, ohne dass der Blutzuckerspiegel sehr hoch ist. Dies kann bei längerem Fasten, Dehydrierung oder anderen Stresssituationen für den Körper auftreten. Patienten müssen über die Vorzeichen und Maßnahmen informiert werden, um dies zu vermeiden.
Auf der Seite der unerwarteten Vorteile reduzieren diese Medikamente das Risiko eines akuten Nierenversagens und scheinen vor Nierensteinen zu schützen. Sie verbessern auch die Herzfunktion und verringern Krankenhausaufenthalte aufgrund von Herzinsuffizienz, selbst bei nicht-diabetischen Personen. Ein moderater Gewichtsverlust und eine Verbesserung des Lipidprofils werden ebenfalls festgestellt, was für die metabolische Gesundheit vorteilhaft sein kann.
Schließlich scheinen SGLT2-Hemmer das Risiko von Knochenbrüchen oder Amputationen der unteren Gliedmaßen nicht zu erhöhen, entgegen einiger früherer Studien. Ihre Wirkung auf die Leber ist ebenfalls vielversprechend, mit einer Reduzierung des Leberfetts bei Patienten mit Leberverfettung.
Insgesamt gelten diese Medikamente als sicher und wirksam, vorausgesetzt, die individuellen Risiken werden sorgfältig bewertet und die Patienten werden überwacht, insbesondere solche mit spezifischen Risikofaktoren. Ihre Anwendung sollte an jede Person angepasst werden, unter Berücksichtigung ihrer Krankengeschichte und ihres allgemeinen Gesundheitszustands.
Attributions légales
Citation de l’étude
DOI : https://doi.org/10.1007/s00228-026-04023-9
Titre : Beyond safety: adverse events and unanticipated advantages of SGLT2 inhibitors
Revue : European Journal of Clinical Pharmacology
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : Lorenzo Falsetti; Nicola Tarquinio; Luciano Mucci; Silvia Santini; Emanuele Guerrieri; Laura Giovenali; Giulia Pierdomenico; Vincenzo Zaccone; Giovanna Viticchi; Gianluca Moroncini